Kein Bock auf Weihnachten?

Vussem, 15.12.2011. Für viele ist die Vorweihnachtszeit die schönste Zeit des Jahres: Es ist früh dunkel, Kerzenlicht erhellt die Stuben, Kinder schreiben Wunschzettel und backen mit Mama oder Oma leckere Plätzchen, weihnachtliche Deko schmückt die Häuser. Dazu laden in vielen Orten Weihnachtsmärkte zum Besuch ein, Glühweinduft und Weihnachtsmusik üben auf viele einen besonderen Reiz aus. Leider sind die Adventswochen für so manchen aber auch unfreiwillig mit Stress und Hektik vollgepackt. Wer sich vom „Konsumrausch“ infizieren lässt, vergisst darüber leicht den eigentlichen Sinn dieser besonderen Zeit – und das ist schade.

Auch beim Wohnverbund Sanden haben die Wochen vor dem großen Fest einen besonderen Stellenwert – und gemeinsam versucht man alles, damit man in diesen Tag Zeit für das Wesentliche findet. Dazu gehört ein vielfältiges Angebot für die Klienten, die zum Beispiel weihnachtliche Deko für die Wohnbereiche basteln oder Plätzchen backen können. Ausflüge zu den schönen Weihnachtsmärkten der Region gehören ebenfalls zum Programm.

Höhepunkt ist aber seit vielen Jahren die Adventsfeier der Klienten, die jetzt im Vussemer Missionshaus stattfand. Eingeladen waren Angehörige, Freunde und Betreuer. Und sie alle sollten ihr Kommen nicht bereuen, denn es wurde eine ausgesprochen gemütliche und harmonische Feier mit allerlei kulinarischen Köstlichkeiten wie Plätzchen und Punsch, wie Kuchen und sogar herzhafter Gulaschsuppe. Außerdem hatte sich der Nikolaus angesagt, der kleine Überraschungspräsente aus seinem Sack zauberte und verteilte.

Im Mittelpunkt der Feier stand aber ein ganz besonderes Krippenspiel, das sich die hauseigene Theatergruppe „1+1=1“ ausgedacht hatte. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes hatten die Laiendarsteller ein Stück mit dem Titel „Kein Bock auf Weihnachten“ geschrieben, dazu die passenden Kostüme geschneidert, die Requisiten gebastelt und die Texte fleißig geprobt.

Der Aufwand sollte sich lohnen, denn mit ihrer Weihnachtsbotschaft trafen die Schauspieler voll ins Schwarze. Statt hektischem Vorweihnachtsstress und Kommerz-Wahnsinn sollte man sich auf das Wesentliche konzentrieren, auf mehr Mitmenschlichkeit in rauen Zeiten, auf mehr Verständnis füreinander, auf Freundschaft und Liebe. Nicht umsonst wird das Weihnachtsfest ja als „Fest der Liebe“ bezeichnet.

Beim begeisterten Publikum trafen die Schauspieler damit auf „offene Ohren“. Bleibt nur zu hoffen, dass die Weihnachtsbotschaft auch über den Wohnverbund Sanden hinaus Gehör findet.



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