Decke Tönnes
Der Wohnverbund Sanden hatte vor Kurzem einen Ausflug in die „Highlands“ von Bad Münstereifel angeboten. Vier Klienten sagten zu und freuten sich auf einen erholsamen Winterspaziergang. Dabei ließen sie sich auch von der Kälte nicht abschrecken – nach dem Motto „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur unpassende Kleidung…“ Dick eingepackt machte sich die Gruppe schließlich auf den Weg zu einer kleinen Spazierrunde durch den winterlichen Wald. Klar, dass danach in der Kapelle noch ein Kerzchen angezündet wurde.
Nach der „erfrischenden“ Wanderung freuten sich die Wanderer auf eine Tasse mit heißem Kaffee – verdient hatten sie es allemal. In kleiner Runde ließen sie die Tour noch einmal Revue passieren und sprachen über Fauna und Flora der Winterzeit. Alles in allem ein wunderschöner Nachmittag in wunderschöner Natur.
Übrigens: Die Waldkapelle zwischen Bad Münstereifel und Effelsberg ist nach einem Eremiten, dem Hl. Antonius, benannt. Über ihn informiert eine Tafel, die an der Kapelle steht: Die in diesem Kapellchen stehende Holzfigur des heiligen Antonius von Ägypten wird daher "Decke Tönnes" genannt, weil sie überlebensgroß ist und, bevor die Kapelle um 1900 errichtet wurde, frei auf einem hohen Sockel stand.
Der Sage nach soll ein Handelsjude oder ein Bauer aus der Umgebung die Kapelle als Erfüllung eines Gelübdes erbaut haben. Nach Angaben des Restaurators Brühl, der vor einigen Jahren die Plastik in Auftrage der Pfarre Effelsberg aufarbeitete und fehlende Teile ersetzte - die linke Hand mit der Bibel und den Hirtenstab mit den beiden Glöckchen - wurde sie im späten Mittelalter (15./16. Jahrhundert) wahrscheinlich im Kloster Steinfeld erbaut.
Antonius von Ägypten, man verwechsle ihn nicht mit dem Franziskanergelehrten Antonius von Padua, starb 356 n. Chr. im Alter von 105 Jahren als Einsiedler, nachdem er vielen teuflischen Anfechtungen widerstanden hatte. Daher findet man am Fuß des Heiligen den Satan in Gestalt eines Drachen. Im Mittelalter wurde Antonius von Ägypten als einer der 14 Nothelfer gegen die sehr verbreitete und ansteckende Hautkrankheit, das Antoniusfeuer, angerufen. Viele Hospitale tragen daher noch heute seinen Namen.
Später verehrte man Antonius als Schützer der Wälder, des Wildes und des Viehs, vor allem der Schweine. Daher ist er oft als der Schweinehirt mit der Hirtenglocke und einem Schwein zu seinen Füßen dargestellt. Wenn hier die Kerzen fast nie verlöschen, so scheint Antonius, der Einsiedler von Ägypten, heute ein Patron der Autofahrer geworden zu sein, die ihm ihre kleinen und großen Sorgen anvertrauen.
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